Vor zwei Wochen habe ich dir meine „Chill.Jacke“ von Leni Pepunkt gezeigt und angekündigt, dass es bald einen tollen neuen Cardigan zu sehen gibt. Am vergangenen Freitag hat Romy Nähwerk ihr neustes Schätzchen veröffentlicht: den Cardigan Caroly *. Ein femininer „Mantel“ mit Raffung im Rücken und einem Bindeband vorn.

Cardigan Caroly von Romy Nähwerk

Zu Beginn des Probenähens war ich unsicher, da auf den ersten Bildern im Rücken eine Schleife zu sehen war und ich so gar kein „Schleifchen-Typ“ bin. Die vielen wundervollen Probenähmädels haben aber schnell gezeigt, dass die Raffung auch ohne Schleife oder mit einem Riegel als Ersatz zauberhaft aussieht.

Größenwahl

Nachdem ich aufgrund meiner Oberweite zunächst gemäß Maßtabelle eine L aus sehr weichem Jersey genäht habe und der Cardigan dadurch eher leger saß (zeige ich dir bei Gelegenheit trotzdem auch noch), habe ich mich bei Version 2 für eine M entschieden. Letztendlich ist der Cardigan vorne ja zum Binden und hat dadurch auch etwas „Spiel“ und die Schultern sitzen in dieser Größe bei mir viel besser 🙂

Cardigan Caroly von Romy Nähwerk

Aus dem Stoffregal …

Genäht habe ich den Cardigan aus einem grauen Jersey in „Ausbrenner-Optik“ *, d. h. er ist stellenweise leicht transparent:

Jersey-Stoff in Ausbrenner-Optik

… an der Nähmaschine

Der Stoff ist wunderschön, aber ……… er lässt sich ganz bescheiden nähen 😛 Mit der Overlock hatte ich keine Chance (oder nicht das richtige Know-how). Also habe ich nach langem Testen und Beraten mit den anderen Mädels entschieden auf französische Nähte umzusteigen. Das erste Mal! Jede einzelne Naht!

Die Nahtzugabe war dafür natürlich etwas knapp, sodass der Cardigan nun etwas enger sitzt als geplant. Deswegen haben Mam(ia) und ich uns dieses Mal den Spaß erlaubt und den Cardigan doppelt fotografiert: An mir in „körperbetont“ und an meiner Mam(i)a in etwas legerer. Dank Photoshop haben wir es dann sogar zusammen auf ein Bild geschafft 😉 Was gefällt dir besser?

Cardigan Caroly von Romy Nähwerk

Mam(i)a würde mir den Cardigan jedenfalls sofort abnehmen, wenn ich ihn nicht mehr haben mag 😉

Eine klitzekleine Kleinigkeit werde ich für mich das nächste Mal noch ändern: Bei mir sitzt die Raffung nicht an der richtigen (oder für mich gewünschten) Stelle. Daher werde ich den nächsten Cardigan erst komplett nähen und zum Schluss die Raffung einsetzen. Dann bin ich zumindest sicher, dass es passt 🙂

Cardigan Caroly von Romy Nähwerk

Wunderbare kleine Helferlein

Im Rahmen des Probenähens und speziell für diesen flutschigen Stoff habe ich ein paar Helferlein für mich entdeckt, die das Leben bzw. Nähen deutlich vereinfacht haben und nicht viel Kosten:

Saumband von Ikea

Die Belege des Cardigans sollen eigentlich mit Saumfix * festgebügelt werden, damit der Beleg schön gerade anliegt (also nicht flattert) ohne eine weitere Naht setzen zu müssen. Da ich kein Saumfix zuhause hatte, bin ich auf meinen Vorrat an Saumband zum Aufbügeln von Ikea * gestoßen. So was Geniales! Das Band ist durch seine gitterartige Struktur und das Material nahezu transparent (wichtig für diesen dünnen Stoff) und wenn man nach dem Aufbügeln einmal vorsichtig daran zieht, „reisst“ das Gitter und der Stoff bleibt dehnbar und ist trotzdem fixiert. Auch einige Wäschen hat das Band bereits überlebt. Übrigens kann man damit auch wunderbar Belege an Sweatjacken, Blazern o. ä. fixieren. Ich brauche dringend Nachschub, seit ich das entdeckt habe 🙂

Küchenrolle

Manchmal ist es so simpel: Das Bindeband der Caroly soll sehr knappkantig abgesteppt werden. Das kann in Sachen Stofftransport ganz schön schwierig werden – noch dazu bei diesem Stoff. Da ich nicht mehr so viel Stickvlies * zuhause hatte und das ja auch relativ teuer ist, habe ich mir mit einem ganz simplen Trick beholfen: Ich habe das Band auf Küchenpapier * gelegt und auch direkt darauf angefangen zu Nähen. So gibt es genug Material, das transportiert werden kann und noch dazu etwas mehr Stabilität beim Absteppen des Stoffs. Im Anschluss kann man das Papier vorsichtig ausreissen, die letzten Reste verabschieden sich spätestens bei der ersten Wäsche.

Framilastic

In der Anleitung wird die Raffung mit normalem Gummiband (Einziehgummi) genäht. Da mir selbiger einige Probleme bereitet hat und für den dünnen Stoff auch etwas möglichst unsichtbares her musste, habe ich mich das erste mal an Framilastic * (auch bekannt als Framilon) gewagt. Dafür habe ich die Länge der Raffung markiert und dann das Framilastic ordentlich gedehnt, um die passende Länge zu ermitteln. Zum Annähen habe ich das Band am Anfang und Ende ordentlich fixiert und zusätzlich noch guuut festgehalten, denn durch den Zug rutscht es auch ganz schnell wieder unter der Maschine raus (wie jedes andere Band wohl auch). Außerdem habe ich einfach Geradstich anstelle des empfohlenen Zick-Zack gewählt – funktioniert prima und ist von außen nicht erkennbar 🙂

Schnell sein lohnt sich …

… denn aktuell gibt es den Schnitt von Romy noch zum Einführungspreis von 3 Euro in ihrem Shop und auf Makerist *. Für mich ein wirklich toller Cardigan, von dem bei mir sicher noch viele verschiedene Varianten entstehen werden.

Nun lasse ich dir noch ein paar Bilder da, denn ich finde mein Mann hat sich dieses Mal selbst übertroffen und die Bilder sind wahnsinnig schön geworden *happy bin*

Sommerliche Grüße,
deine

annika-unterschrift-2


Verlinkt bei: Rums
Schnittmuster: Cardigan Caroly bei Makerist * oder im Shop von Romy Nähwerk
Stoffe: grauer Jerssey in Ausbrenner-Optik *