Wer mir schon eine Weile folgt, hat möglicherweise schon mitbekommen, dass ich seit etwa einem Jahr Barfußschuhe trage. Zwar habe ich schon vorher davon gehört und wundervolle, selbstgenähte Schuhe gesehen, mich aber davor gescheut. Was wenn die nicht passen? Die ganze Arbeit umsonst? Außerdem platzt mein Nähzimmer ja jetzt schon aus allen Nähten und dafür braucht es ja sicher wieder neues Material? So entschied ich mich erstmal mit gekauften Exemplaren zu starten, die ich auch zurücksenden kann, wenn sie eben nicht passen.

Mit den neu gekauften Barfußsschuhen, sank mein sonstiger Schuhbestand deutlich. Aber nur ein Paar auf Dauer geht ja irgendwie auch nicht. Schließlich soll es ja auch zu den genähten Klamotten passen 😉 Und so verschwanden nicht nur einige alte Schuhe, sondern auch schnell das Geld im Portemonnaie, denn Barfußsschuhe sind nun nicht unbedingt günstig.

Mein erster Versuch Kleiderschrank und Schuhschrank harmonischer zu gestalten war dann das Nähen von passenden Klamotten und Accessoires zu meinen gekauften Schuhen, wie zum Beispiel mein Walk-Cardigan mit Stulpen.

Schnittmuster für Barfußschuhe: Bigtaps

Immer öfter verfolgten mich aber auch auf Facebook nun die selbstgenähten Schuhe. Zuerst zog das Schnittmuster BigTaps aus dem Fluff-Store * bei mir ein, um zunächst ein trostloses Dasein auf meiner Festplatte zu fristen.

Vor ein paar Wochen stieß ich dann auf Youtube auf das Video zu den Bigtaps vom „Haus mit dem Rosensofa“. Dieses Video nahm mir deutlich die Angst vor dem eigentlichen Nähen UND es zeigte mir, dass gar nicht viel Material notwendig ist.

Material für Barfußschuhe

Neben etwas Stoff (ausrangierte Jeans eignen sich prima für einen ersten Probelauf) und Vlies H250 *, das ich sowieso zuhause hatte, bestellte ich kurzerhand folgende Materialien bei Amazon:

Das Material hat mich zusammen rund 30 Euro gekostet, reicht in meiner Schuhgröße aber auch für 2 Paar Schuhe.

Außerdem hatte ich noch für „Notfälle“ einen neuen Textilkleber von UHU * mitbestellt, da meiner eingetrocknet war, sowie die empfohlene Schuhreparaturpaste * für den schöneren Übergang zwischen Sohle und Schuh. Tatsächlich habe ich das aber bei meinem ersten Schuh nun gar nicht gemacht.

Final hat mir dann übrigens Celina von LC Star (vielen vielleicht bekannt durch die Plotter-Freebies aus dem Kreativlabor) den Anstoß gegeben, endlich loszulegen. Ich kenne Celina schon einige Jahre durch ein anderes Hobby und habe ihre Schuhe auf Facebook immer bewundert. Nachdem sie mir dann schrieb, dass sie für ein paar Schuhe nur rund 4 Stunden braucht, war ich überzeugt es auszuprobieren. Jede Tasche und Jacke dauert sicher länger und außerdem sind Kleider- und Taschenschrank voll, ich brauchte also einen neuen Stauraum, den ich benähen konnte 😛

Und so sind sie entstanden – meine ersten Bigtaps * in Größe 39:

Genäht habe ich sie aus Resten eines alten Jeansmantels, den ich bereits für eine Tasche zerschnitten hatte, sowie einer schwarzen Jeans. Das Futter ist ein uralter Canvas-Stoff. Und die Schnürsenkel? Erkennt es jemand? Das sind Bänder von Alles für Selbermacher *, die immer um die bestellten Stoffe gebunden werden 😀

Und tatsächlich dauert das genaue Zuschneiden der Schuhe fast länger als das eigentliche Nähen. Einen kleinen Nähschritt habe ich mir auch gespart, denn ich habe die Gürtelschlaufen des Mantels als Öse an der Lasche verwenden – diese also entsprechend auf dem Stoff platziert und zugeschnitten.

Lessons Learned

Natürlich hat mein Schuh noch das ein oder andere Optimierungspotenzial. Der Canvas als Innenstoff war nicht optimal, denn er fühl sich Barfuß nicht sooo schön an. Außerdem ist die Naht an einer Stelle etwas knapp gewesen, was bei Canvas sehr schnell zum Ausreißen führt. Mein Textilkleber von UHU * kam also direkt zum Einsatz. Und während ich beim Nähen zwischenzeitlich Angst hatte, der Schuh könnte zu klein sein, überlege ich inzwischen, ob Größe 38 doch gereicht hätte.

Aber egal wie: Ich liiiiebe meine neuen Schuhe. Sie fühlen sich an wie Socken an den Füßen, sind super flexibel und ein wirkliches Leichtgewicht mit nur gut 130 g pro Fuß. Zum Vergleich: Ein Schuh meiner sonst üblichen Barfußschuhe wiegt rund 180 g und einer meiner alten Turnschuhe (die auch schon relativ leicht und aus Mesh waren), wiegt 200 g. Ich bin aus dem Strahlen gar nicht mehr rausgekommen, als sie endlich fertig waren.

Und sind wir mal ehrlich: Gerade wo shoppen und anprobieren derzeit sowieso erschwert ist – ist es da nicht besonders cool, wenn man sich die Schuhe passend zur Kleidung oder Handtasche nähen kann? Ich habe jedenfalls die nächsten beiden paar Schuhe im Kopf schon fertig geplant, denn eine Jacke Carry von meine Herzenswelt * aus rotem Outdoorstoff liegt bereits zugeschnitten im Nähzimmer und außerdem möchte ich unbedingt versuchen ein paar Schuhe aus einem Mesh-Werbebanner von der Handmade-Art zu nähen mit einem dazu passenden Sommerhut.

Na, konnte ich dich ein wenig inspirieren und anstecken? Dann ran an den Schuh! Trau dich! Es ist wirklich viiiel leichter, als es aussieht!

Happy Sewing,

eure


Quellen, Links, etc.

Schnitt: Bigtaps in Größe 39 aus dem Fluff-Store *

Stoff und Zubehör: