Das Nähzimmer wird eingeweiht: Windmühlentaschen-Sewalong und Adventskalenderwichteln

Das Nähzimmer wird eingeweiht: Windmühlentaschen-Sewalong und Adventskalenderwichteln

Es ist endlich geschafft: Unser Anbau ist bezugsfertig. Und während in den nächsten Tagen unsere Küche von den Profis noch eingebaut wird, ist mein neues Nähreich (fast) fertig 😍

#Windmühlentaschesewalong

Nachdem ich letzte Woche das Glück hatte, mir bei Smilla Berlin ein Stoffpaket für den #Windmühlentaschesewalong aussuchen zu dürfen, war das doch Grund genug, mit diesem Projekt mein neues Nähzimmer einzuweihen, oder? 🙂

Windmühlentaschen-Sewalong: Video

Genäht habe ich die Windmühlentasche außen in schwarz-gelb und innen mit Fußballmotiv:

Windmühlentasche Nr. 1: Borussia Dortmund oder Dynamo Dresden?

Na, für wen könnte dieses Geschenk wohl sein bzw. von welcher Mannschaft ist die Beschenkte wohl Fan? 😉 Auf Instagram habe ich das ganze Wochenende über schon ganz wunderbare Ergebnisse gesehen und viele davon hatten eine kleine Chiptasche außen angenäht. Die Idee habe ich dann auch aufgegriffen. Außerdem habe ich ein kleines Label aus SnapPap genäht in das ich Sterne gestanzt und dazwischen Stoff gelegt habe.

Eine zweite Tasche ist bereits in Arbeit. Ob ich selbige behalte oder anderweitig verschenke, wird noch nicht verraten. Vielleicht weiß ich es aber auch einfach noch nicht 😝

Weinmühlentasche Nr. 2 (in progress)

#Adventskalenderwichteln

Bevor ich dich einen Blick in mein Nähreich werfen lasse, will ich noch fix zeigen, was ich diese Woche wieder für tolle Geschenke in meinem Adventskalender von der Seifenmanufaktur Sprudelspaß gefunden habe:

Adventskalenderwichteln 2016: Woche 2

Diese Woche habe ich ein genähtes Kosmetiktäschlein bekommen, sowie allerhand Dinge, die ich darin auch prima transportieren könnte: Deocreme, Ringelblumenbalsam und Naturseife. Außerdem Duftwachs für meine Aromalampe. Die Sorte „Flieder“ duftet gerade neben mir. Außerdem waren in den Tütchen wieder ein paar Stoffklammern und Papierdeko für Geschenke u. ä. Schöööön, oder?

#Nähzimmer / Nähbar

Jetzt aber endlich ein paar Bilder aus meinem Reich. Ich kann mich von nun an auf 16 Quadratmetern austoben, nähen und basteln. Hier ein Panorama-Foto aus dem Raum, damit du alles komplett sehen kannst:

Nähzimmer-Panorama

Die braun-weißen Möbel (Besta von Ikea) links hatte ich bereits in meiner alten „Nähbar“. Die anderen Schränke und das Hängeregister unter der Arbeitsplatte rechts sind in einem Büro aussortiert worden und nun bei mir eingezogen. Und die Arbeitsplatte hat und Holzland Becker direkt auf Maß geschnitten: 3,72 Meter x 80cm Arbeitsfläche. Genial, oder? Meine Overlock * und meine Nähmaschine haben ihr Plätzchen auch schon bezogen und unter dem roten Weihnachtssack befindet sich noch mein Weihnachtsgeschenk, dass wir letzte Woche bei der Nähwelt Flach in Aschaffenburg abgeholt haben. Außerdem habe ich an der Decke runderheum einen kompletten Lichtkranz aus LED-Band in Tageslichtfarbe und in der Mitte noch eine dimmbare Lampe. So sind auch Fotos im dunkeln und Nähen bis in die tiefe Nacht möglich 😉 😛

Im Regal links habe ich alle meine Konen aufgereiht. So hab ich alles schnell zur Hand.

Nähzimmer: Jede Menge bunte Konen

Darunter steht auch mein PC zum bloggen, Bilder bearbeiten, Musik hören etc. Für Ebooks oder Videos während des Nähens habe ich noch einen kleinen Laptop.

Die meisten Stoffe sind schon eingezogen und in den Schränken verteilt. Ein paar fehlen noch, aber dafür muss ich vor allem von den dicken Sweats wohl mal ein paar vernähen, um mehr Platz zu bekommen *g*

Nähzimmer: Stoffregale/Stoffschränke

Im Hängeregister versuche ich jetzt mal meine gedruckten Schnittmuster und Ebooks zu organisieren. Pro Schnittmuster gibt es einen Hängehefter mit einer speziellen Folie mit Reißverschluss für die Schnittteile. Davor habe ich die Anleitung geheftet. Jetzt muss ich nur noch ein Blatt entwerfen (oder finden), in dem ich übersichtlich Besonderheiten, Materialbedarf, Anpassungen etc. notieren kann. die Schubladen werde ich bei Gelegenheit auch noch mit einer Folie beziehen, damit sie besser zu meinen anderen Möbeln passen. Im Schrank daneben stehen außerdem noch allerhand Nähzeitschriften und -bücher.

Nähzimmer: Herrin der Schnittmuster

Zu guter Letzt habe am Wochenende meinen ganz speziellen Weihnachtsbaum gebastelt. Aus einer Schneiderbüste, einem „Rock“ aus Hasendraht, Tannenzweigen und jeder Menge Draht habe ich einen DIY-Tannenbaum gebaut. Die Corsage der Puppe ist von einem alten Ballkleid von mir (keine Ahnung, wie ich da mal reingepasst haben soll 😂) und um den Übergang vom Oberteil zu den Tannenzweigen unauffälliger/weicher zu gestalten habe ich noch etwas Organza darum drapiert. Auch alles was am Baum hängt ist Selfmade: Kleine Schneebälle (Bommeln mithilfe einer Gabel aus weißer Wolle), Fröbelsterne aus Transparentpapier von Buttinette * und silberne Sterne, die ich aus Bodenisolierung ausgestanzt * und jeweils zwei zusammengeklebt habe *g*

DIY-Weihnachtsbaum 2016

Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch – allen voran die Heizung (daher der Heizlüfter im Bild). Auch eine Garnrollenhalterung und ein paar Bilder sollen noch an die Wände und andere Barhocker vor den PC. Und die Schreibtischstühle würde ich gern mit freundlicheren Stoffen beziehen. Aber erstmal steht jetzt die Weihnachtsgeschenkeproduktion auf der Agenda – neben den ganzen anderen Dinge die auf der Baustelle bis Weihnachten noch erledigt werden müssen.

Weihnachtliche Grüße,
deine

annika-unterschrift-2


Verlinkt bei: Montagsfreuden, Adventskalenderwichteln 2016, 12 von 12, Machtzentrale

Nähblogger-Protest-Aktion: This is not okay Shopping-Diät: 365 Tage ohne

[Upcycling] Taschen(T)raum-Wunder

[Upcycling] Taschen(T)raum-Wunder

Mama Deluxe… eine Wickeltasche… was will ich denn damit? Aber die Tasche von Andrea von Liebedinge in ihrem Probenähaufruf war einfach so schön und edel. Sie sah so gar nicht nach Wickeltasche aus, sondern eher nach schicker Bürotasche oder Weekender. Und nachdem ich meine April Love von Liebedinge schon so gerne ausführe, wollte ich unbedingt das neuste Werk von Andrea testen. Schließlich begleitet mich April Love nun auch schon ein Jahr. Die Zeit rennt ganz schön.

annimamia-mama-deluxe-front-03

Dieses Mal wollte ich in der Tasche aber viele „Gedanken“ unterbringen: Fast vs. Slow Fashion, Recycling und Upcycling sind Schlagworte, die sich gerade jetzt wo sich das Unglück der Nähfabrik Rana Plaza zum dritten Mal jährt in den Medien überall finden. „Beim Gebäudeeinsturz in Sabhar etwa 25 km nordwestlich der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch am 24. April 2013 wurden 1127 Menschen getötet und 2438 verletzt. Der Unfall ist der schwerste Fabrikunfall in der Geschichte des Landes.“ (Wikipedia) Seither wird Ende April zum „Fashion Revolution Day“ aufgerufen und für mehr Nachhaltigkeit geworben. Passend dazu läuft noch bis Juli im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden die Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“. Eine Ausstellung die auch meine zukünftige SchwiMu verließ mit den Worten „Dann dürfen wir ja jetzt eigentlich gar nichts mehr kaufen.“ Ganz so drastisch muss es ja nicht sein, aber zumindest mehr darauf achten, wo unsere Kleidung herkommt, wie sie produziert wurde und aus welchen Materialien besteht. Hier hilft es auch nicht, einfach auf Discounter zu verzichten und Markenware zu kaufen. Meist verdient die Näherin bei Markenware nur wenige Cent mehr – die Gewinnspanne für das Unternehmen steigt aber um eine Vielfaches. Wichtiger ist, genau hinzusehen. Oder einfach mal alte Kleidung zu nehmen und ihnen ein neues Leben einzuhauchen. Und damit komme ich auch endlich zurück zu meiner Tasche 😉

Vor einiger Zeit hat mir ein Freund einen Sack alte Jeans von sich in die Hand gedrückt. Große Männerjeans mit schön viel Stoff und überwiegend von der gleichen Marke, so dass sie gut harmonieren. Und so habe ich mir das tolle Schnittmuster von Liebedinge * in der „Small“-Version geschnappt und die Jeans in Ihre Einzelteile zerlegt.

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Da ich von meinem letzten Stoffmarktbesuch noch nicht-aufbügelbares Volumenvlies hatte, wurden alle Teile der Außentasche mit vielen langen Diagonalen auf das Vlies gesteppt.

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Als Akzent kamen Patches und Bänder aus kupferfarbenem Kunstleder von Stoff & Stil zum Einsatz. Das Leder habe ich zum Valentinstag von meiner besseren Hälfte bekommen 🙂

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Die Tasche ist ein wahres Raumwunder. Zwei Aufsatztaschen vorn, zwei Reißverschlusstaschen an den Seiten, eine Reißverschlusstasche hinten und eine innen und zusätzlich innen noch einmal zwei große Taschen.

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Noch dazu habe ich mich dieses Mal mit richtig viel „Tüddelkram“ ausgetobt: Eine Quaste auf Kupfer und Jeans am Hauptreißverschluss, ein Schlüsselband, zwei Schmetterlinge von Rock-Queen * auf der Tasche und ein dazu passender Anhänger. Ein altes Lederlabel einer Jeans, Stoffmalfarbe, Strasssteine und selbgenähte Paspel.

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Da in der Probenähgrupp der Gedanke aufkam, dass Kunstleder als Patches für eine so große Tasche doch schnell kaputt gehen könnte, habe ich sie kurzerhand doppelt gelegt: innen eine Schicht Jeans, außen Kunstleder. Am Rand franst die Jeans etwas aus, da ich sie nicht extra versäubert habe, aber das passt ja gut zum Stil der Tasche.

Ursprünglich wollte ich die Aufsatztasche mit der Kupferfarbe und einem Pinsel verzieren und nur den Schmetterlingen ein paar Tupfen verpassen. Nun hatte ich aber keinen Pinsel zur Hand und so kam mein improvisationstalentierter Ossi-Mann auf die glorreiche Idee ein China-Stäbchen zweckzuentfremden für Tupfen. Das wiederum fand ich so klasse, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu tupfen und schon bei meinen Bildern in der Probenähgruppe mehrfach gefragt wurde, ob das Nieten seien.

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Das verwendete Gurtband war ein Zufallsfund und Glücksgriff bei Baender24. Dort war ich eigentlich nur auf der Suche nach fehlendem Metallzubehör (Vierkantringe und O-Ringe) und wollte auf dem Weg zum Warenkorb nur nochmal schauen, was es so Neues gibt. Und da habe ich dieses Jeansblau-melierte 40-mm-Taschenband mit braunem – fast kupferfarbenen – Streifen entdeckt und musste einfach zugreifen. Damit Das Gurtband bei den kurzen Henkeln auch zu den 30-mm-Vierkantringen passt, habe ich an das Gurtband ebenfalls Patches angesetzt. Für den langen Gurt habe ich 40-mm-Karabiner verwendet und diese hängen an O-Ringen. Normalerweise nutze ich ja D-Ringe und ärgere mich nach ein paar Mal Tragen immer, dass diese sich verdrehen. Bei O-Ringen kann sich da so viel drehen wie es mag – es hängt trotzdem immer richtig *g*

Genug geschwätzt, ich überflute euch jetzt noch mit vielen Bildern:

Ich muss gestehen, dass ich mit meinen Nähfähigkeiten dieses Mal nicht wirklich zufrieden war und die Tasche nach der Fertigstellung erstmal einen Tag zur Seite legen musste. Einige Nähte sind doch mehr als schief und an einigen Stellen wusste ich bei meiner Maschine einfach nicht wohin mit dem ganzen Stoff. Da wollte ich mein Hobby schon fast an den Nagel hängen. Aber nach einmal drüber schlafen und gutem Zureden meines Verlobten, konnte ich mich dann doch mit dem Ergebnis anfreunden, denn zu dieser Art Tasche, darf es ja auch gern mal etwas schief sein 😉 Und nächstes Mal arbeite ich einfach wieder genauer 😛 🙂

Liebste Grüße,
deine

annika-unterschrift-2


Verlinkt bei: RUMSTaschen und Täschlein, Taschen-Sew-Along 2016 von greenfietsen, Old Jeans – neue Bag, Mount Denim ade, Alte Jeans – neues Leben, Zeig Neues
Schnittmuster: Tasche/Weekender/Wickeltasche „Mama Deluxe“ von Liebedinge *
Stoffe/Materialien: Stoff & Still (Kupferartikel), Baender24.de (Metallringe, Karabiner, Bänder), Futterstoff gekauft auf der Kreativeworld in Wiesbaden/Wallau

[Tutorial] Taschenorganizer oder Filofax-Hülle „Taschoholik“

[Tutorial] Taschenorganizer oder Filofax-Hülle „Taschoholik“

Mitte letzten Jahres habe ich für Misses Cherry anlässlich des Kreativblogger-Wichtelns von LunaJu einen eigenen Taschenorganizer entworfen. Völlig unabhängig von Tutorials und fertigen Schnittmustern habe ich überlegt, welche Größe und „Funktionen“ ein solcher Organizer für mich haben müsste. Dabei herausgekommen ist ein verhältnismäßig kleiner Organizer – denn ich trage nicht immer einen Shopper oder Turnbeutel mit mir herum, der aber gerade groß genug ist, um ein Standard-Filofax unterzubringen. Außerdem hat er unzählige kleine „Nippes-Täschlein“ für alles was Frau eben so braucht.

Taschenorganizer (Think Pink)

Als grienfietsen nun zum Taschen-Sewalong aufrief und den Januar unter das Motto „Gut organisiert ins neue Jahr“ stellte, fiel mir eben dieses Täschlein wieder ein, denn selbst hatte ich mir noch kein Exemplar genäht. Schon damals wollte ich draus eigentlich ein Tutorial oder ein FreeBook machen. Also habe ich mir dieses Mal die Kamera an den Nähtisch gestellt und versucht möglichst viele Schritte festzuhalten. Genäht habe ich aus einem Rest Wachstuch und verschiedenen alten Jeans kombiniert mit einem Dekostoff mit Urlaubsmotiv – so kommt gleich gute Laune auf, wenn ich das Täschlein aus der Handtasche hole.

Taschenorganizer-Jeans-Wachstuch-01

Das Schnittmuster besteht nur aus Rechtecken. Wenn du Druckerpapier sparen möchtest, kannst du dir also einfach direkt die folgenden Maße zzgl. Nahzugabe auf den Stoff übertragen. Wenn du lieber mit einer Schablone arbeitest, findest du hier das Schnittmuster inkl. 0,7 cm Nahtzugabe.

Schnittteile und Maße

SchnitteilMaße (Höhe x Breite)Anzahl
Haupttasche und Futter23 x 16 cm2 x aus Außenstoff
2 x aus Innenstoff
2 x aus Vlies
Verschlusslasche10 x 5 cm1 x aus Außenstoff
1 x aus Innenstoff
1 x aus Vlies
Boden5 x 23 cm1 x aus Außenstoff
1 x aus Innenstoff
1 x aus Vlies
Seitenteil16 x 5 cm2 x aus Außenstoff
2 x aus Innenstoff
2 x aus Vlies
kleine Aufsatztasche23 x 8 cm (im Bruch)
bzw. 23 x 16 cm
1 x aus Wunschstoff
1 x aus Vlies (ohne Bruch, also nur halb so hoch)
große Aufsatztasche23 x 11 cm (im Bruch)
bzw. 23 x 22 cm
1 x aus Wunschstoff
1 x aus Vlies (ohne Bruch, also nur halb so hoch)

Alle hier angegebenen Maße sind noch OHNE Nahtzugabe. Diese kannst du nach Belieben selbst ergänzen. Im Schnittmuster zum Ausdrucken ist bereits eine Nahtzugabe von 0,7 cm enthalten. Wenn du lieber mit einer breiteren Nahtzugabe arbeitest, kannst du auch einfach die Schnitteile ohne grauen Rand drucken und die Nahtzugabe selbst auf dem Stoff ergänzen..

» Zum Schnittmuster

Material

Die Menge des Stoffs hängt natürlich maßgeblich davon ab, wieviele Zusätze du annähen willst. Grundsätzlich bietet sich der Organizer wunderbar zur Resteverwertung an – z. B. von alten Jeans, Tischdecken u. ä.

Für die Haupttasche gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn du einen sehr dünnen Baumwollstoff verwendest, kannst du für einen möglichst stabilen Stand Decovil light oder S320 verwenden – bei Jeans reicht auch H250. Wenn es lieber etwas mehr Volumen haben soll (und auch bei den Aufsatztaschen bevorzuge ich diese Variante), kannst du H630 oder H640 verwenden.

Wenn du eine oder mehrere Reißverschlüsse einnähen willst, empfehle ich Reißverschlüsse in der Länge 20 cm.

Für den Verschluss habe ich Kam Snaps/Color-Snaps * verwendet. Natürlich kannst du aber auch Knöpfe annähen und ein Knopfloch auf die Laschen nähen oder mit Magnetverschlüssen arbeiten.

Anleitung

Schneide alle Teile wie beschrieben zu und bügel auf die Außenteile das Vlies auf.

Reißverschlusstasche

Ich habe sowohl an der Außentasche (hinten) als auch innen je eine Reißverschlusstasche eingenäht. Selbstverständlich kannst du selbst entscheiden, wieviele Aufsatz- und Reißverschlusstaschen wo eingebaut werden. Die Reißverschlusstasche geht über die komplette Höhe und Breite der Tasche. Wir legen also ein Futterstoff für die Reissverschlusstasche rechts auf rechts auf das entsprechende Stück Außen- oder Innenstoff. Wenn du das Schnittmuster ausgedruckt hast, kannst du  die Position von dort direkt übertragen. Ansonsten misst du 4,5 cm vom oberen Rand und zeichnest mittig eine 17 cm lange Linie. 1 cm darunter zeichnest du parallel eine zweite Linie und verbindest die beiden Strecken nun an den Außenseiten. Dieses Rechteck nähst du nun nach.

Taschenorganizer Reissverschluss

Anschließend müssen wir mittig innerhalb dieses Rechtecks der Länge nach einen Schlitz schneiden – aber nur bis jeweils 1 cm vor dem Ende. Von dort schneiden wir jeweils schräg in Richtung der Ecken bis ganz knapp vor der Naht. Ich hoffe das ist soweit verständlich? Denn davon habe ich leider vergessen ein Foto zu machen 🙁 Aber wenn du dir nicht sicher seid, schau doch mal im Reißverschluss-Tutorial von Pattydoo vorbei.

Anschließend wendest du den Futterstoff durch den Schlitz hindurch, so dass die beiden Stoffe nun rechts auf rechts liegen. Um den Reißverschluss anzubringen finde ich es immer hilfreich mit Stylefix zu arbeiten – das ist ein ganz schmales doppelseitiges Klebeband, dass sich in der Wäsche auswäscht. Ob wir das Klebeband neben dem Schlitz oder am Reissverschluss anbringen, ist wohl eine Geschmackssache. Ich habe es direkt neben den Schlitz geklebt:

Taschenorganizer Reissverschluss

Darauf fixiere ich zunächst von Innen den Reißverschluss, dann wende ich das Schnitteil und korrigiere nochmal von außen, so dass der Zipper auch schön parallel zu den Linien verläuft. Anschließend wird der Reißverschluss knappkantig festgenäht. Das geht entweder mit einem Kantennähfuß – dann wird es ganz knappkantig – oder mit dem normalen Nähfuß und einer ganz nach links gestellten Nadel. Im letzten Fall sieht das dann so aus:

Taschenorganizer Reissverschluss

Und so von innen:

Taschenorganizer Reissverschluss

Die überstehenden Enden des Reißverschlusses kannst du anschließend abschneiden. Zu guter Letzt legen wir ein weiteres Stück Futterstoff rechts auf rechts auf die so entstandene Innenseite der Tasche und stecken sie fest. Ich nutze dafür gern Wonderclips – das geht für mich einfach schneller als mit Nadeln zu hantieren.

Taschenorganizer-Innentasche

Aufsatztaschen

Wieviele und welche Aufsatztaschen du verwenden möchtest und wo diese angebracht werden, hängt natürlich ganz von deinen Bedürfnissen ab. Geplant ist aber zumindest eine kleine und eine große Aufsatztasche auf der Vorderseite. Wenn du das Schnitteil im Bruch zugeschnitten hast, bügelst du auf die eine Hälfte spätestens jetzt das Bügelvlies und klappst die zweite Hälfte dann darüber. Ich habe in diesem Fall H640 verwendet, da ich den Volumeneffekt beim Absteppen gern mag. Da mein Stoff ein spezielles Muster hat, habe ich ihn nicht im Bruch zugeschnitten, sondern in zwei Teilen, bei denen ich an der oberen Kante jeweils noch eine Nahtzugabe hinzugefügt habe. Die obere Kante habe ich anschließend noch abgesteppt.

Anschließend habe ich die kleine Aufsatztasche auf die große Aufsatztasche gelegt (noch ohne Haupttachen-Teil) und beide Teile mit einer Naht in der Mitte von oben nach unten verbunden. So entstehen zwei kleine halb so breite Aufsatztaschen und eine große Aufsatztasche. Zu guter Letzt legen wir die Aufsatztaschen auf die Haupttasche:

Taschenorganizer-Aufsatztaschen

Auf die gleiche Weise kannst du eine oder mehrere der Taschen innen anbringen. Bitte denk aber daran: Je mehr Taschen, desto mehr muss eure Maschine leisten und desto schwieriger wird das Wenden.

Verschlusslasche

Für die Verschlusslasche nähen wir die beiden Schnittteile rechts auf rechts an drei Seiten zusammen. Wenn du einen Magnetverschluss verwenden willst, musst du diesen vorab anbringen – das Anbringen eines Kam-Snaps erkläre ich im späteren Verlauf noch. Anschließend kürzen wir die Ecken, so dass sie sich beim Wenden schöner ausformen lassen. Auch die Nahtzugaben habe ich in diesem Beispiel zurückgeschnitten, da die Kombination aus Decovil, Jeans und Wachstuch doch seeeeeehr fest geworden ist 😉 Die Ecken lassen sich beispielsweise gut mit einem China-Stäbchen oder einer Häkelnadel ausformen.

Taschenorganizer-Verschlusslasche-01

Wenn du die Lasche gewendet hast, steppen wir sie noch knappkantig an den drei geschlossenen Kanten ab – das sieht hübsch aus und verhindert, dass sich nachher etwas unschön verschiebt.

Verschlüsse

Die Tasche ist so geplant, dass die Verschlussbreite Variabel ist. Das heißt, wenn ich beispielsweise ein Filofax darin transportiere, kann ich nur den oberen Knopf verwenden. Möchtest du den Organizer aber eher für „Kleinkram“ verwenden, kannst du die Tasche weiter schließen, indem du die Lasche und unteren Knopf verwendest. Wenn du vorab weist, dass dir einer von beiden Knöpfen reicht, musst du natürlich auch nicht beide anbringen.

Wenn du das Papier-Schnittmuster verwendet, legst du zum Anbringen der Kam Snaps das Schnittmuster der großen Aufsatztasche auf die genähte Aufsatztasche und stichst mit einer Ahle mittig durch den pinken Punkt. Wichtig: nur durch die Aufsatztasche, nicht durch den Hauptstoff (das erkennt man auf dem nachfolgenden Bild leider nicht). Wenn du kein Papiermuster hast, misst du 1,5 cm von der oberen Kante der großen Aufsatztasche und stichst dort ein.

Taschenorganizer-Verschluss-01

Anschließend stecken wir von hinten das Kam-Snap-Teil mit dem Dorn durch das Loch und stecken von oben ein Druckknopf-Unterteil auf den Dorn. Ich nutze zum fixieren eine Prym-Vario-Zange * mit dem Color-Snaps-Aufsatz *.

Taschenorganizer-Kamsnap-01

Anschließend verfahren wir mit dem oberen Knopf auf der Haupttasche genauso. Der Punkt liegt 3,5 cm zzgl. Nahtzugabe von der oberen Kante entfernt.

Taschenorganizer-Verschluss-02

Auch hier wird ein Unterteil entsprechend angebracht:

Taschenorganizer-Kamsnap-02

Das dazugehörige Oberteil kommt nun an die gewendete Lasche. Der Verschluss wird mit einem Abstand von 1,5 cm von der unteren Kante angebracht. Wenn du das Schnittmuster verwendet, klapp dir am besten die Nahtzugabe der kurzen Seite weg, dann kannst du den Stoff bündig anlegen und wieder durch den Pinken Punkt stechen.

Taschenorganizer-Verschlusslasche-02

Hier muss natürlich jetzt der Teil mit dem Dorn von oben/außen durch die Lasche gesteckt werden und ein Druckknopf-Oberteil von Innen aufgesteckt werden.

Taschenorganizer-Kamsnap-03

Unsere Verschlüsse sind nun alle angebracht, wir können also alle Teile zusammensetzen.

Taschenteile zusammensetzen

Wir nehmen uns zunächst ein Hauptteil und den dazugehörigen Boden und stecken die langen Kanten aufeinander. Jeweils 1 cm vom Rand entfernt habe ich mir kleine Markierungen eingezeichnet, denn wir dürfen nicht bis ganz an den Rand nähen – wieso seht ihr später 🙂

Taschenorganizer-Boden

Das zweite Hauptteil nähen wir im Grunde genau auf die gleiche Art und Weise an – lassen aber in der Mitte eine Wendeöffnung. Wie groß diese ausfällt, hängt davon ab, wie dick und steif deine Tasche ist – mindestens 5 cm sollten es sein. Ich musste beim Wenden nochmal ein Stück auftrennen, weil sich die Tasche nicht wenden ließ.

Taschenorganizer-Wendeöffnung

Nun geht es an die Seitenteile. Zunächst stecken wir die lange Seite des Seitenteils an die kurze Seite des Hauptteils. Dadurch, dass wir zwischen Boden und Hauptteil 1 cm Luft gelassen haben, können wir den Boden nun einfach um die Ecke „drehen“ und an der kurzen Seite des Seitenteils feststecken. Anschließend drehen wir die nächste Ecke wieder auf und können so die zweite lange Seite des Seitenteils feststecken. Wichtig beim Zusammennähen ist nun, dass wir wieder nur bis 1 cm vor dem (unteren) Rand nähen und alle Teile wegklappen, die nicht mitgenäht werden sollen.

Taschenorganizer-Seitenteile-01

Nach der ersten Naht verriegeln wir ordentlich und klappen dann alle Stoffteile weg, die nicht in die untere Naht gehören – es wird nu die kurze Kante des Seitenteils mit der kurzen Seite des Bodes verbunden, so wie es hier mit den Wonderclips markiert ist.

Taschenorganizer-Seitenteile-02

Wenn alle Strecken genäht sind, sollte es so aussehen:

Taschenorganizer-Seitenteile-03

Auch hier können wir wieder die Ecken einkürzen, damit sich die Tasche später schöner ausformen lässt. Genauso verfahren wir auch mit der Außentasche, nur dass wir hier natürlich keine Wendeöffnung benötigen.

Taschenorganizer-Seitenteile-04

Vor dem Zusammensetzen müssen wir uns nur noch markieren, wo die Lasche befestigt wird. Dafür wenden wir die Außentasche auf rechts und markieren uns die Mitte der Rückseite und die Mitte der Verschlusslasche. Diese beiden Markierungen müssen aufeinandertreffen. Vom Knopf sehen wir den Verschlussteil, nicht die glatte Seite. Diese kurze Strecke stecken wir gut fest – wenn du dich sicherer fühlst, kannst du die Lasche auch mit einer kurzen Naht innerhalb der Nahtzugabe fixieren.

Taschenorganizer-Verschlusslasche-annaehen

Die Tasche stecken wir nun in die Innentasche, so dass die rechten Stoffseiten aufeinanderliegen und die spätere Vorderseite auf Vorderseite trifft, Rückseite auf Rückseite und die Kanten genau aufeinander liegen. Die obere Kante stecken wir nun rundherum gut fest.

Taschenorganizer-zusammennaehen

Da ich nun doch einige Lagen zu nähen hatte und die Tasche durch das Decovil und Wachstuch ziemlich starr geworden ist hatte meine Nähmaschine besonders an den Ecken ganz schön zu kämpfen – und ich gleichermaßen. Hier hilft nur Geduld, langsam nähen und immer wieder korrigieren. Wenn wir diese Naht geschafft haben, können wir die Tasche wenden und sehen unser (fast) fertiges Werk.

An der Innentasche müssen wir jetzt noch die Wendeöffnung schließen. Dafür ziehen wir entweder die Innentasche nach außen und stecken die Kanten gut aufeinender fest um eine knappkantige Naht mit der Maschine zu setzen – oder wir nehmen Nadel und Faden zur Hand und schließen die Wendeöffnung mit einem Matratzenstrich.

Die obere Kante können wir noch rundherum absteppen. Bei mir ging das zuletzt aber nicht mehr, daher habe ich nur die langen Kanten, soweit es geht abgesteppt und die kurzen Seite mit jeweils einer Niete fixiert. Zum Organizer in Jeans-Optik passt das für meinen Geschmack sogar noch besser als eine Naht.

Taschenorganizer-Option-Nieten

FERTIG 🙂

Taschenorganizer-Jeans-Wachstuch-02

Taschenorganizer-Jeans-Wachstuch-03

Ich hoffe das Tutorial hat euch gefallen? Soll ich noch irgendein Bild oder eine Erklärung ergänzen? Habt ihr Verbesserungswünsche oder -ideen? Ich freue mich auf euer Feedback.

Liebe Grüße,
eure annika-unterschrift-2


Verlinkt bei: RUMS, Taschen-Sew-Along von greenfietsen, Mount Denim ade! – Jeans-Recycling 2016 von StichydooTT – Taschen und Täschchen
Schnittmuster: Taschenorganizer-Tutorial von annimamia
Stoff/Material: Alte Jeans und ein Rest Wachstuch, Decovil Light, Volumenvlies H640, Bumwollstof „Paris & Love“ von Wunderland der Stoffe (Dawanda) *

[Upcycling] Wie aus Herrenhemden eine schicke Damenbluse wird

[Upcycling] Wie aus Herrenhemden eine schicke Damenbluse wird

Nach meinem Strickjacken-Upcycling-Projekt ging es mit dem Ausmisten alter Klamotten bei meinem Freund weiter. Von einem früheren Job hatte er noch drei identische Hemden, die er aber – aufgrund des gestickten Firmenlogos und seines Namens – wohl nie mehr tragen würde.

Ich hatte schon beim Nähcamp 2014 mit dem Blusenschnitt Sophie von Schnittchen.com geliebäugelt, wusste aber nie so recht, ob er zu mir passt. Nach der Stilberatung beim Nähcamp 2015 nun also ein neuer Anlauf. Mit meinen neuen Ausschnitt- und Kurven-Linealen vom Stoffmarkt ging es erst einmal ans Anpassen des Schnitts, denn den Ausschnitt wollte ich gern deutlich tiefer haben. Die drei XL-Herrenhemden reichten gerade so, um alle Schnittteile wie geplant in Größe 40 zuzuschneiden.

Upcycling-Bluse Sophie (Schnittchen) aus Herrenhemden (vorn)

Upcycling-Bluse Sophie (Schnittchen) aus Herrenhemden (hinten)

Etwas Probleme haben mir die Belege am Hals und Saum bereitet, denn irgendwie hat sich alles etwas verzogen und wirft so Falten. Das nächste Mal muss ich also wohl noch exakter arbeiten und stecken und kontrollieren – aber dafür war es ja auch „nur“ ein Probestück aus alten Hemden *g* Evtl. kaschiere ich das auch noch mit einer passenden Stoffblume am Saum, denn für ein paar Kreise reichen die Reste noch.

Mit der Form des Ausschnitts bin ich dafür aber mehr als zufrieden und werde die nächste Bluse sicher wieder genauso zuschneiden. Außerdem finde ich den Schnitt klasse, da er durch den höheren Saum oben meine kurzen Bein optisch verlängert und hinten trotzdem schön lang ist und über den Po geht, so dass ich nicht dauernd Angst haben muss, dass hinten etwas „freigelegt“ wird. Es werden also weitere Sophies in meinen Schrank wandern 🙂

Bis bald,
eure Annika


Verlinkt bei: Upcycling Dienstag, Creadienstag
Schnittmuster: Schnittmuster/ebook „Shirt Sophie“ von Schnittchen.com

[Upcycling] Wie aus einem Herrenpulli eine Strickjacke wird

[Upcycling] Wie aus einem Herrenpulli eine Strickjacke wird

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Gemäß meiner Stoffdiät will ich ja Stoffe abbauen, aber auch alte Teile recyclen/upcyclen. Als mein Freund mir da seinen alten, etwas ausgeleierten, beigen Strickpulli überreichte, war schnell klar, dass daraus einen „My Cuddle Me“-Cadrigan von Schaumzucker * werden muss. Da ich mit dem Bündchen in Version 1 nicht 100%ig zufrieden war, wollte ich es gern einmal mit Schrägband versuchen. Und obwohl ich zu diesem Zeitpunkt meinen Farbtyp noch nicht kannte, habe ich doch instinktiv zur richtigen Kombi gegriffen: Beige mit einem schönen kräftigen Türkis.

Cardigan My Cuddle Me von Schaumzucker - Upcycling

Da der Pulli etwas kürzer war, als vom Schnitt in Größe M vorgesehen, habe ich die maximale Länge der Rückseite zugeschnitten und dann von vorne die Rundung angepasst.

Cardigan My Cuddle Me von Schaumzucker - Upcycling

Außerdem habe ich die Jacke noch mit der Stickdatei „Pustis“ von Grete vom Ländle * gepimpt und meine Blogadresse aufgestickt.

Cardigan My Cuddle Me von Schaumzucker mit Stickerei

So bin ich rundum zufrieden mit meiner Jacke und trage sie wirklich gern und regelmäßig.

Bis bald,
eure Annika


Verlinkt bei: Upcycling Dienstag, Creadienstag
Schnittmuster: Cardigan „My Cuddle Me“ von Schaumzucker *
Stickdatei: „Pustis“ von Grete vom Ländle *


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